Schuppen - kosmetisches Problem oder Hautkrankheit

Schuppen - kosmetisches Problem oder Hautkrankheit?

Fast jeder war schon einmal von Kopfschuppen betroffen: Mal setzen sich im Laufe des Tages lästige Schüppchen auf dem schwarzen Oberteil ab oder beim Kämmen "schneit" es regelrecht kleine weiße Flocken auf den Boden. Oft können Schuppen mit der richtigen Pflege bekämpft werden. Bei hartnäckigen und wiederkehrenden Schuppen könnte jedoch auch eine Hauterkrankung vorliegen.


Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr darüber, wie Schuppen entstehen, welche Schuppenarten es gibt und wie Sie Schuppen erfolgreich bekämpfen können.

Wie entstehen Schuppen?

Wussten Sie, dass sich unsere gesamte Kopfhaut alle 14 Tage komplett erneuert?


Hautschuppen spielen hierbei eine wichtige Rolle: Sie sind abgestorbene Zellen, die abgestoßen werden, um Platz für Neue zu schaffen. Jeden Tag stößt unsere Haut auf diese Weise Schüppchen ab, die auf Grund ihrer winzigen Größe jedoch unbemerkt bleiben. Für uns werden diese Hautschüppchen erst sichtbar, wenn ganze Zellverbände von der Kopfhaut abgestoßen werden und dabei verklumpen. Diese sichtbaren Schuppen entstehen durch einen übermäßigen Regenerierungsprozess der Kopfhautzellen.


Das Erscheinungsbild und die Behandlung der Schuppen unterscheidet sich je nachdem, ob es sich um trockene oder fettige Schuppen handelt.

Wie unterscheiden sich trockene und fettige Schuppen?

Trockene Schuppen

Eine trockene Kopfhaut kann zu feinen, trockenen Schuppen führen.

Auslöser für eine trockene Kopfhaut können Heizungsluft im Winter, starke Sonnenbelastung im Sommer, entfettende Shampoos oder Haarpflegeprodukte sowie zu häufiges Waschen und zu heißes Föhnen sein.

Woran erkenne ich trockene Schuppen?

Wie sehen trockene Schuppen aus?
  • Kleine Ablagerungen auf der Kopfhaut
  • Weiße Farbe
  • Fallen aus den Haaren heraus
  • Rötungen und Juckreiz sind mögliche Symptome
  • Männer und Frauen sind gleich oft betroffen

Hausmittel und Pflegetipps bei trockenen Schuppen

Bei trockenen Schuppen sollte darauf geachtet werden, die Kopfhaut nicht noch zusätzlich auszutrocknen. Die folgenden Pflegetipps für Kopfhaut und Haare helfen Ihnen dabei, Ihre Kopfhaut mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie zu stärken:


  • Die Haare sollten mit einem Shampoo gereinigt werden, das speziell für trockene und empfindliche Kopfhaut entwickelt wurde.
  • Nach der Reinigung sollte das Haar gründlich mit klarem Wasser gespült werden um Rückstände restlos zu entfernen.
  • Eine tägliche Haarwäsche kann eine zusätzliche Belastung für die Kopfhaut sein und sollte vermieden werden.
  • Auch von heißem Föhnen wird abgeraten.
  • Gönnen Sie Ihrer Kopfhaut eine kleine Olivenölkur. Geben Sie hierfür vor dem Schlafen einige Tropfen Olivenöl mit der Pipette auf die Kopfhaut geben und über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen können Sie die Kur einfach mit mildem Shampoo auswaschen.

Fettige Schuppen

Fettige Schuppen entstehen, wenn die Kopfhaut übermäßig viel Talg produziert und sich die abgestorbenen Hautschüppchen zu Klümpchen verkleben. Auslöser für eine Talgüberproduktion können Hormonschwankungen, eine Hormonüberproduktion oder eine erbliche Veranlagung zu fettiger Kopfhaut sein.


Durch den Hefepliz Pityrosporum ovale können sich fettige Schuppen weiter verschlimmern. Der Hefepilz vermehrt sich stark bei fettiger, schuppiger Kopfhaut und trägt dazu bei, dass die Kopfhaut als Reaktion noch mehr Schuppen produziert.

Woran erkenne ich fettige Schuppen?

Fettige Schuppen erkennen
  • Größer als trockene Schuppen
  • Ölig mit gelblicher Farbe
  • Sind schwer löslich und bleiben am Kopf oder in den Haaren "kleben"
  • Rötungen und Juckreiz als mögliche Begleiterscheinungen
  • Männer sind häufiger betroffen als Frauen

Hausmittel und Pflegetipps bei fettigen Schuppen

Bei fettigen Schuppen sollte darauf geachtet werden, den überschüssigen Talg von der Kopfhaut zu entfernen und den Hefepilz zu bekämpfen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:


  • Bleiben die Schuppen auf der Kopfhaut, begünstigen Sie die Produktion von noch mehr Schuppen. Mit gründlichem Ausbürsten können Sie diesem Problem entgegenwirken.
  • Eine regelmäßige Reinigung Ihrer Haarbürste stellt sicher, dass Ihrer Haare und Kopfhaut nicht zusätzlich mit Rückständen von Haarpflegeprodukten belastet werden.
  • Die Anwendung eines Anti-Schuppen Shampoos ist bei fettigen Schuppen optimal: Es unterstützt die Löslichkeit der Schuppen, trägt überschüssigen Talg ab und enthält in vielen Fällen ein pilzhemmendes Mittel.
  • ACHTUNG: Die meisten Anti-Schuppen-Shampoos sind nicht für die tägliche Anwendung geeignet!
  • Verzichten Sie auf die tägliche Haarwäsche, sie regt die Talgproduktion nur weiter an.
  • Nutzen Sie die Kraft von Teebaumöl: Träufeln Sie in Ihr normales Shampoo einen Tropfen Teebaumölkonzentrat und tragen Sie das Shampoo danach wie gewohnt auf. Teebaumöl hilft dabei den Hefepilz zu kontrollieren und den Juckreiz zu mildern. Wenn Sie vor Anwendung die Verträglichkeit testen möchten, können Sie 1 Tropfen Teebaumöl mit 5 EL Öl mischen und punktuell in der Armbeuge anwenden. Sobald Rötungen auftreten, sollte das das Produkt nicht verwendet werden.

Ab wann sind meine Schuppen ein Fall für den Arzt?

Wenn Sie selbst nicht bestimmen können, ob die Schuppen trocken oder fettig sind, ist es ratsam einen Hautarzt aufzusuchen. Denn eine falsche Eigenbehandlung der Kopfhaut, beispielsweise entfettende Shampoos bei trockenen Schuppen, führt dazu, dass sich das Problem weiter verschlimmert.


Wenn Sie den richtigen Schuppen-Typ bestimmt haben und die angepasste Pflege nach mehreren Wochen keine Wirkung zeigt, sollten Sie ebenfalls einen Dermatologen aufsuchen.


Nicht nur die falsche Pflege kann ein Auslöser für Schuppen sein, auch Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Pilzinfektionen oder Neurodermitis können die Entstehung von Schuppen begünstigen. Insbesondere bei wiederkehrenden und hartnäckigen Schuppen, Entzündungen sowie nässender, juckender Kopfhaut sollten Sie sich ärztlich beraten lassen. Nur auf diese Weise kann eine mögliche Hauterkrankung ausgeschlossen oder die richtige Behandlung gestartet werden.

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